Konzert zum Gilde-Mittelalterprojekt in der Bergkirche in Bad Bergzabern
Daß im Rahmen der Veranstaltungstrilogie der Südpfälzischen Kunstgilde Bad Bergzabern unter dem Motto "Die Entdeckung der Liebe. Rendevous von Troubadours und Minnesang" neben Theater und Bildender Kunst ein musikalischer Beitrag nicht fehlen durfte, versteht sich bei dieser gesungenen Kunstform von selbst. Drei französische Künstler gestalteten das Programm in der vollbesetzten Bergkirche mit traditioneller und mittelalterlicher Musik aus verschiedenen Ländern und Zeiten und damit auch in wechselnden Sprachen.
Alle drei Mitwirkenden setzten ihre angenehm fließenden Stimmen
äußerst natürlich ein, verliehen den Liedern beeindruckende
Intimität. Sie beherrschten aber auch auf hervorragende Weise eine Vielzahl
an mittelalterlichen Instrumenten. Carmen Strauss verband ihren warmen Gesang
mit dem Klang behutsam gezupfter kleiner (Knie-)Harfen, Marie-Therèse
Verry schien wie verwachsen mit allen möglichen Streichinstrumenten
(primitive, aber wunderzart klingende Vorfahren der Violine), mit Flöten
und einem zitherähnlichen Spinett.
Sylvain Piron mit seinen kleinen diatonischen Akkordeons mischte in den oft
dreistimmigen Gesang feine Farben und Rhythmen, gab Liedern idiomatisches
Flair. So etwa in der Klage des verlassenen Reiters in Louisiana oder der
Sehnsucht in der russischen Melodie. Auch mit dem Dudelsack wußte er
bestens umzugehen. Ob Lieder aus der Bourgogne, der Auvergne, dem Matrosensong
aus La Rochelle, aus dem Elsaß oder Spanien - sie alle sprachen auf
ihre eigene Art von der Liebe, genauso wie die bekannten Minnegesänge
Walters von der Vogelweide.
Den unverwechselbaren Sound dieser Musik wußten die Interpreten durch
ihre facettenreiche und liebevolle Gestaltung, durch präzisen Umgang
mit Instrumenten und Gesangsstimmen zu durchleuchten.
Die charmante Vermittlung der Inhalte - ob man die Sprache nun verstand oder
nicht - ließ einen Hörgenuß von verzaubernden Stimmungsbildern
entstehen. (imw)